Unravel im Test – Schön anzusehen und frustig schwer

Hi Community!

Eine Hauptfigur aus Wolle namens Yarny läuft in Unravel durch eines der schönsten derzeit erhältlichen Spiele, das aber wegen einiger Schwächen auch geduldige Spieler zur Weißglut bringen kann.

Seit der E3- sowie gamescom Präsentation im letzten Jahr sind wir einfach hin und weg von Unravel. Aus diesem Grund mussten wir das Spiel einfach testen.

Das 2D-Platform-Abenteuer ist gespickt von kleinen Knobelrätseln. Das Spiel vom schwedischen Entwicklerstudio Coldwood Interactive ist in rund acht bis zehn Stunden durchgespielt, welches euch in elf Levels durch Herbstlaub, über rostige Eimer und Blumenkästen springen lässt.

All das Gespringe, um einer alten Dame zu ihren Erinnerungen zu verhelfen, denn ihre Fotos sind aus ihrer Jugend in einem Buch verblasst. Diese Erinnerungen suchen wir. Wenn wir sie finden, erscheint etwa ein vage sichtbarer Mensch in der Landschaft.

Da geht die Sonne auf: Yarny springt über Blumen. (Screenshot: Golem.de)

 

 

 

 

 

 

 

 

 
Wolle ist das Hauptaugenmerk in Unravel. Yarny kann den Faden an vorgegebenen Punkten befestigen und so ein Trampolin bauen, um sich so an sonst nicht erreichbaren Stellen zu katapultieren. Zudem könnt ihr euch mit der Wolle an bestimmte Stellen ziehen lassen oder Gegenstände bewegen.

Dabei müsst ihr Geschicklichkeit zeigen, wie beim Schwingen von Knotenpunkt zu Knotenpunkt. Doch vor allem müsst ihr knobeln, um Hindernisse zu überwinden und Gefahren zu überleben.

Selbstverständlich kommt dabei auch was Frust auf, aber das hat vor allem zwei Gründe. Zum einen ist es die etwas zu unpräzise Steuerung, die euch ohne großartige Not abstürzen lässt. So kann es auch dazukommen, dass sich die Lösung wegen der recht schwammigen Steuerung nicht erschließt.

Grafik und Fazit

Zwar ist die Idee da, aber weil Yarny oder ein Wollfaden nicht das machen, was sie eigentlich machen müssten, sucht man verzweifelt nach einem Alternativweg. Klar kann können da jetzt Walkthrough-Videos auf Youtube abhilfe schaffen, jedoch geht so der Reiz an Unravel verloren. Einen hohen Wiederspielwert bietet das Spiel nicht, mal abgesehen von der Suche nach Sammelobjekten.

Auch die leider oft sehr unglücklich platzierten Speicherpunkte haben uns genervt: Wir müssen oft lange und umständliche Wege neu absolvieren, etwa nach dem Ableben von Yarny.

Licht und Wassereffekte vom Feinsten (Screenshot: Golem.de)

Ein riesen Pluspunkt von Unravel ist die wunderschöne Grafik. Ihr seid die meiste Zeit in der freien Natur unterwegs. Dabei erkundet ihr Schnee, springt in einem Meereslevel über Holzstege, krabbelt durch dunkle Maulwurfshöhlen und hüpft über Sonnenblumen. Man könnte meinen, dass alles fast wie vorgerendert aussieht, doch Sonys Phyre-Engine berechnet alles in Echtzeit.

Unravel ist als Download und für Windows-PC (nur über Origin) sowie für die Playstation 4 und die Xbox One für rund 20 Euro erhältlich. Das Spiel ist ab 6 Jahren.

Fazit

Selbst wer glaubt er sei schon zu alt für solche Art von Spielen, wird sich der Liebe von Unravel kaum entziehen können. Dafür sorgt ganz einfach die niedliche Hauptfigur und vor allem die wohl wunderschönsten gestalteten Spiellevel die der Spielemarkt derzeit hergibt. Viele der Herbstlandschaften dieses Spiels möchte man sofort ausdrucken und an die Wand kleben. Auch die tolle Hintergrundgeschichte rund um die Erinnerungen eines Lebens ist schlicht, aber verdammt gut erzählt.

Es ist schwer zu glauben, dass Unravel lange in unseren Köpfen bleiben wird. Es ist zwar schön und ein motivierendes Spiel, doch die vielen ungeschickt gesetzten Speicherpunkte, die schwammige Steuerung, viele frustig-schwierige Stellen sowie die teilweise fehlenden „Aha“- und „Wow“-Effekte in den Levels machen Unravel zu einem spielerisch seltsam beliebiges Programm.

Über Thomas

Gründer und Chefredakteur

Veröffentlicht am 11. Februar 2016 in Testing Games und mit , , , getaggt. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. Hinterlasse einen Kommentar.

Nun ist deine Meinung gefragt

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

Diese Seite verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden..

%d Bloggern gefällt das: